Gründung der Ortsgruppe

CHRONIK DER ORTSGRUPPE MARKDORF

von Manfred Ill, Willi Zurell

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Die Ortsgruppe Markdorf des „Schwäbischen Albvereins“ feierte 2002 das hundertjährige Jubiläum ihrer Gründung. Diese Chronik soll den Verlauf eines Jahrhunderts Vereinsgeschichte mit seinem Auf und Ab schildern.

 

 

 

DIE GRÜNDUNG DER ORTSGRUPPE MARKDORF 1902

Schon vor 1895 hatte sich auch in Markdorf ein „Verschönerungs- und Verkehrsverein“ gebildet. Sein Ziel war die Werbung zum Besuch der schönen Stadt am Gehrenberg und der reizvollen Landschaft. Ein Hauptanliegen war aber schon seit Jahrzehnten, den Ausbau der Eisenbahnlinie von Stockach nach Friedrichshafen zu erreichen. Es war dies ein Anliegen der Bevölkerung und Geschäftswelt gleichermasen. Die Trasse wurde ab Unteruhldingen – nicht wie zunächst geplant – am See entlang geführt, sondern bog landeinwärts nach Norden, um über Salem – Markdorf – Kluftern wieder bei Fischbach den Bodensee zu erreichen. Der Grund für die seeferne Trasse war die bessere Wirtschaftlichkeit und Anbindung einer größeren Bevölkerungszahl unmittelbar an das Schienennetz. Mit dem Bahnanschluss versprach man sich eine wesentliche Belebung des Handels und einen schnellen und weitreichenden Absatz der landwirtschaftlichen Produkte, an denen die Gegend sehr reich war. Aber auch an den Fremdenverkehr dachte man und besonders die Gasthöfe versprachen sich eine Belebung des Geschäftes. Der schon bestehende Markdorfer Verein wurde 1902 unter dem Namen „Verkehrs- und Verschönerungsverein Markdorf“ als kooperatives Mitglied in den SAV aufgenommen er zählte 14 Gründungsmitglieder. Als Mitglieder werden genannt: Kaufmann Alois Moler, Brauereibesitzer Eugen Zundel, Sattlermeister Guldin, Sattlermeister Gratwohl, Herr Frick. (Blätter des SAV 1. Juli 1902) Weitere Markdorfer Mitglieder waren in den Jahren 1903 – 1906: 1903: Karle Otto, Berger A. („Heilige Dreikönig“), Guldin Karl („Zum Bahnhof“), Hartmann G. („Adler“), Waidmann R., Hutmacher. 1904: Ritter Josef (Tierarzt), Schopp K. (Goldarbeiter), Schmid (Oberlehrer). 1906: Daher Richard („Zur Linde“), Gratwohl Karl (Sattlermeister), Jack Josef (Metzgermeister), Schuhmacher L. (Friseur). Karle war damals auch im Vorstand des „Verkehrs- und Verschönerungsvereins“, der später nur noch „Verkehrsverein“ genannt wurde. Josef Karle war Besitzer des noch vielen Markdorfern bekannten „Textilhauses Karle“, das dann sein Sohn Otto übernahm und das unter dem Enkel Fritz Karle aufgegeben wurde. Josef Karle war wohl die treibende Kraft beim Markdorfer Verkehrsverein, der nunmehr dem SAV angehörte. Obwohl der für das badische Gebiet zuständige Schwarzwaldverein für Markdorf naheliegend gewesen wäre, bestand offensichtlich in Markdorf damals schon ein Hang dem Osten zu. Das nun schnell und leicht erreichbare württembergische Friedrichshafen dürfte hier ebenso ein Grund gewesen sein, wie die Herkunft der Familie Karle aus dem Nachbarland. Während die Überlinger sich noch bis heute dem Schwarzwaldverein zuwenden, schlossen sich die badischen Gemeinden Heiligenberg, Pfullendorf, Höchsten und Markdorf dem SAV an.