1902 – 1939

VON DER MARKDORFER ORTSGRUPPE
1902 – 1939

 

Aus einer Aufstellung über die Mitgliederbewegung in den verschiedenen Ortsgruppen 1889 bis 1913 in den Blättern des Schwäbischen Albvereins (15. Jahrgang, 1913, Nr. 8) geht hervor, dass die Ortsgruppe Markdorf (Baden) im Jahre 1902 bereits 14 Mitglieder hatte. Die Zahl stieg auf 25 Mitglieder (1907) an und betrug im Jahre 1913 19 Mitglieder.
Die Werbung für die Stadt durch den „Verschönerungs- und Verkehrsvereins“ stand zum Anfang des 20. Jh. im besonderen Interesse der Stadt. Man hat nicht zuletzt mit der schönen Aussicht vom neuen Aussichtsturm geworben, um Touristen anzulocken. Auch die günstigen Preise der heimischen Gastronomie wurden ins Feld geführt.
Besonderer Anziehungspunkt war der 756 Meter hohe Gehrenberg im Norden der Stadt mit seinem umfassenden Ausblick. Schon um 1890 stand eine hölzerne Aussichtsplattform auf der nach Südwesten gerichteten Flanke des Gehrenbergs. Das Gelände ist an dieser Stelle bis heute sehr abrutschgefährdet und ein Teil der Bergkante gleitet noch immer regelmäßig in den Wald hinunter. Der „Verschönerungs- und Verkehrsverein Markdorf“ hatte sich für die Aufstellung eines eisernen Aussichtsturmes schon vor 1900 begeistert. Die großartige Konstruktion des Eiffelturmes in Paris war zum nachahmenswerten Vorbild geworden und auch auf anderen Bergeshöhen wurden in jenen Jahren stählerne Aussichtstürme errichtet. Die Aufstellung eines großen Stahlturmes sollte auf festem Grund erfolgen und man wählte daher einen sicheren Standort gut 400 Meter östlich des Rutschgebietes. Die Anlieferung der vorgefertigten Stahlteile konnte erst nach der Inbetriebnahme der im Bau befindlichen Eisenbahnlinie erfolgen. Man nutzte die Zeit zum Sammeln von Spenden. Der Turm hat insgesamt 14.000 Reichsmark gekostet, die teils durch Spenden, aber auch über Darlehen beschafft wurden. Mit gewaltigen Anstrengungen zog man die schweren Teile, gefertigt von der Firma Baß & Co in Whylen, mit Pferde- und Ochsengespannen auf der steilen Schotterstrasse den Berg hoch, um sie dort zu montieren. Am 2. September 1903 wurde mit einem großen Fest der Aussichtsturm unter dem Namen „Großherzog – Friedrich – Warte“ eingeweiht. Sie wurde sofort zum vielbesuchten Ziel von Wanderern. Der „Verkehrsverein Markdorf“ freute sich ebenso wie der Albverein über den attraktiven Anziehungspunkt.